Wie die Digitalisierung das Schweizer Gesundheitswesen verändert

Im Schweizer Gesundheitswesen schreitet die digitale Transformation langsam voran. Seit April 2017 regelt das Bundesgesetz über das elektronische Patientendossier (EPD) die Rahmenbedingungen für dessen Einführung und Verbreitung. Die Möglichkeiten der Digitalisierung nutzend, soll das EPD die Qualität der medizinischen Behandlung stärken, Behandlungsprozesse verbessern und das Gesundheitssystem insgesamt effizienter machen.

Elektronisches Patientendossier kommt

Die Digitalisierung liegt im Interesse aller Branchenakteure. Neben den Arztpraxen und Spitälern profitieren auch Apotheken, Versicherungen, Rehakliniken, Gesundheitsinteressenvertreter oder Gesundheitsplattformen. Und nicht zuletzt natürlich die Patienten. Denn die aus einem standardisierten, digitalisierten Gesundheitswesen resultierenden Innovationen unterstützen mittel- und langfristig die Verbesserung und Effizienzsteigerung in der Gesundheitsversorgung.

So ist zu erwarten, dass in den kommenden Jahren das elektronische Patientendossier (EPD) flächendeckend umgesetzt wird. Spitäler müssen es bis spätestens 2020 einführen – genau der extrinsische Anreiz, welcher der Branche bisher fehlte. Dafür werden medizinische Daten dezentral gespeichert und sind unabhängig von Zeit und Ort durch autorisierte Personen abrufbar. Einheitliche Standards sollen dafür sorgen, dass Systeme zum Einsatz kommen, die kompatibel sind, sich problemlos vernetzen lassen und ohne Medienbrüche miteinander kommunizieren können.

Nicht zuletzt dürfen bei all den Bemühungen um digitale Strukturen jene Patienten nicht aus dem Raster fallen, die aus verschiedenen Gründen nicht online partizipieren können – gerade im Gesundheitswesen ein Faktor, der nicht ausser Acht gelassen werden darf.

Europäische Datensicherheit für das Gesundheitswesen

Das Thema Sicherheit ist ein nicht wegzudiskutierender Faktor, wenn wir über die Digitalisierung sensibler Bereiche wie dem Gesundheitswesen sprechen. In diesem Zusammenhang lohnt sich zudem ein Blick über die Ländergrenzen hinweg. Ab 2018 tritt in der Europäischen Union die Datenschutzgrundverordnung in Kraft, eine einheitliche rechtliche Grundlage zum Datenschutz in den beteiligten Staaten. Information darüber, welche personenbezogene Daten verarbeitet werden, müssen bei Bedarf verfügbar gemacht und die Zustimmung der Betroffenen eingeholt werden. Auch die Verarbeitung von Daten durch Dritte (Auftragsdatenverarbeitung) muss transparent und vertraglich geregelt sein. Die Verordnung gilt unabhängig vom Standort einer Niederlassung.

Mit individuellen Lösungen, beispielsweise Hybrid-Angeboten, die On-Premise mit klassischen Cloud Services kombinieren, lassen sich sichere Umgebungen auch für sensible Daten schaffen. Darüber hinaus können sich Akteure im Gesundheitswesen bereits in fünf Schritten auf die kommenden Änderungen vorbereiten und den Grundstein für eine strategische Neuausrichtung der eigenen IT-Sicherheit legen:

  1. Ermitteln: Wo lagern personenbezogene Daten?
  2. Kontrollieren: Wie werden diese Daten aktuell verwaltet?
  3. Schützen: Wie können Sie Datenschutzverletzungen und Risiken verhindern, erkennen und im Fall der Fälle darauf reagieren?
  4. Berichten: Etablieren Sie ein Dokumentations- und Berichtswesen.
  5. Überprüfen: Unterziehen Sie Ihre Strukturen und Strategien regelmässigen Audits und überprüfen Sie sie auf Ihre Aktualität hin.

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