Flexibles Arbeiten: Arbeit ist eine Aufgabe, kein Ort

Die Niederlande sind uns voraus: Dort haben Arbeitnehmer einen gesetzlichen Anspruch darauf, dass sie ihre Arbeit von zu Hause erledigen können – etwa wenn die Kinder überraschend krank sind oder Angehörige gepflegt werden. Anders als hierzulande müssen Arbeitgeber eine Ablehnung begründen.

Das kommt bei Arbeitnehmern gut an und vereinfacht die Vereinbarkeit von Arbeit und Familie. So ein Recht würde auch unseren Arbeitnehmern helfen – laut einer Bitkom-Umfrage von 2014 arbeiten knapp ein Viertel der Befragten immer mal wieder von zu Hause, jeder Fünfte macht dies sogar regelmäßig. Kein Wunder, dass viele Arbeitnehmer auf entsprechende Rechte neidisch sind und einige Politiker ähnliche Rechte hierzulande fordern.

Dass Leute zu Hause arbeiten können ist längst keine Zukunftsvision mehr. Dank schneller und bezahlbarer Internetverbindungen, Cloud-basierten Office- und Teamwork-Lösungen und anwenderfreundlichen Applikationen für Web- und Videokonferenzen sind Arbeitsplätze nicht an einen Ort gekoppelt: Wo immer ein Computer verfügbar ist, können Arbeitnehmer theoretisch ihre Büroaufgaben erledigen. Die Probleme sind weniger technischer Natur sondern sind eher in der Kultur der Unternehmen verankert – zu oft wird Anwesenheit noch mit Effektivität gleichgesetzt.

Herausforderung durch Digitalisierung

Für die Unternehmen bleibt die Welt allerdings nicht stehen, im Gegenteil. Durch die Digitalisierung ändert sich das Geschäftsmodell für Unternehmen, neue Konkurrenten aus dem Internet-Business konkurrieren mit klassischen Unternehmen. Laut Bitkom geht es dabei längst nicht mehr nur um Medien und Handel, sondern auch um Dienstleistungen (etwa das Taxi-Gewerbe), Touristik (Zimmervermittlung) oder sogar klassische Industriezweige wie den Automobilbau. Diese Veränderungen machen den Managern Sorgen. 75 Prozent der Befragten betonen, dass dadurch eine neue Unternehmenskultur notwendig wird. Eine Kultur, die geprägt sein wird durch mehr Transparenz bei innerbetrieblichen Entscheidungen und schnellerer Kommunikation – mit Kunden und Zulieferern, aber auch unter den Mitarbeitern.

Flexibles Arbeiten: Chancen für Unternehmen

Es ist durchaus verständlich, dass es Chefs etwas unwohl ist, wenn Mitarbeiter nicht im Büro sind. Aber Home-Office bedeutet längst nicht mehr, dass ein Arbeitsplatz komplett ausgelagert wird. Die meisten modernen Büroprogramme sind so ausgelegt, dass sie über das Internet mit anderen Nutzern zusammenarbeiten können – egal ob die Internetverbindung über die Firma oder einen privaten Anschluss läuft. Die technischen Grundlagen sind in den meisten Unternehmen längst geschaffen – die Firmenkultur muss “nur” noch nachziehen.

Und das kann sich lohnen: Gerade für wichtige Mitarbeiter oder Angestellte mit besonderem (Fach-) Wissen ist die Möglichkeit zur Heimarbeit (etwa wenn Kinder krank sind oder Verwandte gepflegt werden) ein starkes Argument für den Arbeitgeber. Idealerweise sollte die Heimarbeit über Betriebsvereinbarungen geregelt werden. Darin muss etwa festgelegt werden, wie oft und unter welchen Voraussetzungen außerhalb des Büros gearbeitet werden kann. Auch Regelungen zur verwendeten Soft- und Hardware (sowie die Absicherung der Daten durch Anti-Diebstahls und Sicherheitslösungen) sollten von Anfang an klar definiert werden.

Dieser Artikel der „Zeit“ ist ein guter Startpunkt und deckt einige der häufigsten Fragen ab und ist ein guter Startpunkt für Arbeitnehmer und -geber. Auch wir bei Microsoft haben uns Gedanken über das moderne Arbeiten gemacht und unsere Ideen über „Das Neue Arbeiten“ aufgeschrieben. Daraus ist dann sogar ein Buch entstanden, das die Autoren passenderweise „Out of Office“ betitelt haben.


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