Auch für Berufsgeheimnisträger ist die Cloud ein Gewinn

Berufsgeheimnisträger CloudBeruf, Geheimnis, Cloud – das klingt für viele erst einmal nicht nach einer gewinnbringenden oder machbaren Konstellation. Wie wir hier im Blog schon schrieben, kann es das aber sein. Denn durch die bevorstehende Änderung des § 203 Abs. 3, Abs. 4 StGB* können auch Berufsgeheimnisträger Ärzte, Rechtsanwälte, Steuerberater, Wirtschaftsprüfer oder Psychotherapeuten rechtskonform auf Cloud-Angebote und andere IT-Dienste zugreifen, die ihnen bislang verwehrt blieben. Im Video erläutert eine meiner Kolleginnen aus unserer Rechtsabteilung, was sich geändert hat:

Machen Sie Ihre Fachanwendung mobil durch die Cloud

Warum aber sollten Berufsgeheimnisträger überhaupt in die Cloud wechseln? Ohne Übertreibung: Ein vollständiges Auflisten aller möglichen Gründe würde den Umfang dieses Beitrages sprengen. Es gibt einfach zu viele. Daher im Folgenden nur die wichtigsten Argumente. Wie beispielsweise die Tatsache, dass sich jede beliebige Windows-Fachanwendung dank Cloud auch von mobilen Endgeräten wie Apple iPhones oder Tablets mit Google Android nutzen lässt. Die vertraute Software zur Patientenverwaltung oder zum Kanzleimanagement wird so uneingeschränkt mobil. Mehr hierzu finden Sie in diesem Blog-Beitrag.

Die Vorteile des mobilen Zugriffs liegen auf der Hand: Ärzte können auch Auskunft über den Zustand ihrer Patienten geben, wenn sie nicht vor Ort in der Praxis sind. Anwälte und Steuerberater müssen die relevanten Unterlagen ihrer Mandanten nicht mehr auf – vergleichsweise schwer zu schützenden – mobilen Endgeräten mit sich führen. Und Pflegedienste können ohne Reibungsverluste mit ihren per definitionem mobil arbeitenden Angestellten kommunizieren und bei Bedarf besser disponieren.

Die Cloud senkt Kosten und erhöht den Datenschutz – versprochen 

Ein weiterer Grund für den Wechsel in die Cloud: Genau wie alle übrigen Anwendergruppen können Berufsgeheimnisträger dank der Reform des Paragraphen §203 von den niedrigeren IT-Betriebskosten profitieren, die Cloud-Dienste auszeichnet. Denn anstatt Server- und Storage-Systeme samt notwendiger Betriebssysteme und Anwendungen zu kaufen, werden diese einfach gemietet. Der Clou hierbei ist, dass insbesondere Hardware nicht auf Vorrat gekauft werden muss, um für eine eventuell steigende Auslastung gerüstet zu sein. Stattdessen mietet der Anwender bei Bedarf einfach mehr Speicher- oder Rechenleistung. Beziehungsweise gibt sie wieder frei, wenn sie nicht mehr nötig ist.

Für die Cloud spricht auch der höhere Datenschutz. Diese Tatsache scheint nach wie vor für Verwirrung oder auch Unglauben zu sorgen: Der Cloud-Monitor 2017 von KPMG und dem Branchenverband Bitkom sagt, dass 60 Prozent der befragten Nicht-Cloud-Anwender aufgrund von Befürchtungen vor unberechtigtem Datenzugriff Abstand halten von der Cloud. Einer Studie des eco-Verband der Internetwirtschaft zufolge erwarten 57 Prozent der befragten deutschen Sicherheitsexperten, dass mit dem Wechsel in die Cloud immer auch ein niedrigeres Schutzniveau der Daten verbunden ist. Dass dies nur ein schwer zu begründendes Bauchgefühl ist, legt die selbe Studie nahe: Nur sechs Prozent aller Sicherheitsvorfälle bringen die befragten mit der Cloud in Verbindung, sie scheidet also als Ursache für die Datenpanne aus.

Ohne spekulieren zu wollen, warum die Skepsis nach wie vor so groß ist, nur so viel: Es gilt weithin als unbestritten, dass Cloud-Anbieter wie Microsoft durch ihre professionell betriebenen Rechenzentren ein erheblich höheres Schutzniveau erzielen als alleinstehende Unternehmen. Zumal dann, wenn es sich um kleinere und mittelgroße Unternehmen handelt. Fragen Sie sich selbst: Können unsere eigenen Vorkehrungen zur physischen Sicherheit (Brand- und Einbruchsschutz, Zutrittskontrolle, Energieversorgung und so weiter), unser automatischer Einsatz von Verschlüsselungstechniken oder unser Patch-Management mit den Anstrengungen konkurrieren, die große Cloud-Anbieter hier abliefern? Im Fall der Cloud müssen sich Anwender nicht länger mit all diesen Punkten befassen oder hierfür gar Geld ausgeben.

DENKBAR. MACHBAR. Weitere Informationen zu den Möglichkeiten der Cloud

Sprechen Sie uns oder einen unserer Partner an, damit wir im Dialog herausarbeiten können, wie Sie persönlich dank mehr Flexibilität – beziehungsweise Ihr Unternehmen durch Kostenersparnissen –  von einer Cloud-Migration profitieren.


* § 203 StGB wurde jüngst durch eine Gesetzesänderung reformiert. Die Änderungen betreffen insbesondere Abs. 3 und Abs. 4 der Vorschrift zu den Anforderungen an eine Offenlegung fremder Geheimnisse durch Berufsgeheimnisträger und bieten so in gewissem Rahmen auch neue Möglichkeiten bei der Zusammenarbeit mit IT-Dienstleistern. Insbesondere im Gesundheitssektor können weitere (landesspezifische) gesetzliche Anforderungen bestehen, wie z. B. die Krankenhausgesetze, die die Weitergabe von Daten an Dienstleister restriktiv handhaben. Je nach Sektor können über generell gültige gesetzliche Anforderungen hinaus überdies spezifische Geheimhaltungsverpflichtungen oder vertragliche Zusätze notwendig sein.

Dieser Beitrag dient allein der allgemeinen Information und erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit im Hinblick auf rechtliche Vorgaben. Insbesondere ersetzt er keine Rechtsberatung oder eine Prüfung rechtlicher Anforderungen im Einzelfall.

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