Wenn der Senior vom Junior lernt. Warum Reverse Mentoring ein hilfreicher Baustein bei der Digitalen Transformation ist

Ein Gastbeitrag von Paul Preußen, Gründer von digital8.ai

Digitale Transformation ist mehr als digitale Prozesse und innovative Produkte.

Auf dem Weg der Digitalen Transformation stehen kundenorientierte Lösungen, neue digitale Produkte und Anwendungen im Mittelpunkt. Sie sichern Wettbewerbsfähigkeit in einer digitalisierten Welt. Neben der technologischen hat die Digitalisierung aber auch eine kulturelle Komponente: So unterliegt auch unsere Haltung und unser Mindset einem entscheidenden Wandel.

Um den Wandel zu meistern, gilt es, die Lücke zwischen der (exponentiellen) technologischen Entwicklung und der Entwicklung der Mitarbeiter zu schließen.

Kulturellen Wandel fördern

Reverse Mentoring hilft, diesem „Auseinanderdriften“ entgegenzuwirken. Dabei ist Reverse Mentoring mehr als ein Austausch zu Digitalisierung: Es fördert den kulturellen Wandel im Unternehmen mit dem Ziel, digitales Know-how und ein neues Mindset in der Organisation zu verankern. Es geht nicht um theoretisches Wissen, bunte Sitzsäcke und schöne Plakate in der Lobby, sondern um einen lebendigen Austausch, ein Kennenlernen der Lebenswelten unterschiedlicher Generationen.

Reverse Mentoring stellt das klassische Mentoring auf den Kopf. Hier lernen die „Digital Immigrants“, also die vor 1981 Geborenen, von den „Digital Natives“. Das können Nachwuchskräfte, Berufsanfänger oder einfach junge Mitarbeiter sein. Sie haben die technologische Entwicklung bereits mit der Muttermilch aufgesogen. Digital Natives geben das Tempo in den Märkten vor und sind mit ihren veränderten Gewohnheiten ein wesentlicher Grund dafür, dass herkömmliche und seit vielen Jahrzehnten bestehende Geschäftsmodelle immer stärker angegriffen werden. Außerdem sind Digital Natives durch verändertes und steigendes Konsumverhalten eine äußerst relevante Zielgruppe.

Auch für Führungskräfte ein mehrwertbringendes Konzept

Gerade für Führungskräfte birgt Reverse Mentoring viel Potential, denn die Aufgaben von Führungskräften werden vielschichtiger: Motivieren, Fördern, Digitalisieren, das Bestehen gegen Start-ups und Tech-Konzerne sichern – und dabei zusätzlich das Unternehmen (und sich) weiterentwickeln. Bei vielschichtigen, vor allem aber folgenden Kernthemen hilft Reverse Mentoring:

  • Die Kunden von morgen verstehen
  • Social Media und Technologieverständnis schaffen
  • Offene Feedbackkultur im Unternehmen entwickeln
  • New Work und die Anforderungen Digitaler Talente interpretieren

Dabei ist es wichtig, dass Führungskräfte sich auf einen Austausch auf Augenhöhe einlassen. Der Mehrwert entsteht nicht durch eine klassische „Berater<->Konsumenten-Haltung“, sondern durch offenen Austausch und das Interesse am Perspektivenwechsel.

Was ist Reverse Mentoring genau?

Grundlage von Reverse Mentoring ist der ungezwungene Austausch zwischen Digital Natives und erfahrenen Mitarbeitern oder Entscheidungsträgern. Dabei drehen sich die Rollen des klassischen Mentoring um: Digital Natives / Millennials „schulen“ erfahrene Kollegen vor allem in Sachen Digitalisierung. Es gilt: Gegensätze sind positiv! Die Austauschpartner sollen sich, wenn möglich, hinsichtlich Alter, Hierarchiestufe und Geschlecht unterscheiden. Viele große Konzerne wie Lufthansa, VW, Telekom oder Nestlé nutzen bereits Reverse-Mentoring-Programme. Auch für KMU kann das Thema mehrwertstiftend sein.

Reverse Mentoring im eigenen Unternehmen aufsetzen

Es ist an der Zeit: Das Supportende von Windows Server 2008/2008 R2 und SQL Server 2008/2008 R2 naht.Reverse Mentoring ist im Aufsatz ein „Quick-Win“ und lässt sich unter geringem Ressourcenaufwand im eigenen Unternehmen umsetzen. Jeweils eine Führungskraft und Digital Native bilden für die Programmdauer von sechs bis zwölf Monaten ein „Tandem“. Dabei ist es von Vorteil, wenn die Teilnehmer aus unterschiedlichen Bereichen des Unternehmens stammen, um neben dem technischen auch einen fachübergreifenden Austausch zu ermöglichen und somit die interne Vernetzung zu fördern.

Um ein perfektes Match zu erhalten, sollten die Teilnehmer vor dem Start – ähnlich wie bei einer Dating-App – ihre Person und ihre Interessen beschreiben sowie digitale Nachfrage und Angebot angeben. Anhand dieser Angaben kann dann die Zuordnung der Tandems vorgenommen werden. Eine Auftakt-Veranstaltung hilft als „Eisbrecher“ für die Tandems und bietet erste Gelegenheit zum gegenseitigen Kennenlernen und Austausch − der Rest läuft dann ganz von selbst! Aber falls es mal doch nicht passt mit dem jeweiligen Partner, sollten Ansprechpartner und Möglichkeiten zum Wechsel vorhanden sein. Nicht jeder „Match“ auf dem Papier besteht den Live-Test.

Für Mitarbeiter, Führungskräfte und Organisation ein WIN-WIN(-WIN)

Reverse Mentoring ist eine Investition in die Zukunft. Ein Startpunkt zur Stärkung der Lern- und Innovationskultur, die in Zeiten exponentieller Veränderung immer wichtiger wird. Es geht um digitalen Wissensaustausch, Ausbau der Digitalkompetenz und einen gegenseitigen Perspektivenwechsel. Davon profitiert die Organisation, Führungskräfte und Mitarbeiter gleichermaßen.

Ein Gastbeitrag von Paul Preußen, Gründer von Digital8.ai


Über den Autor:

„Lernen von und mit Kunden- und Mitarbeitern der Zukunft. Die Digitale Transformation verändert alles. Kunden- und Marktanforderungen verändern sich. Lebens- und Arbeitsmodelle verändern sich. Wer nicht Schritt hält, geht unter. Genau hier unterstützt digital8.ai.
Wir sind Digital Natives. Mit uns lernt man beim „Muttersprachler“, beim Kunden und Mitarbeiter der Zukunft. Wir befähigen zum „Digital Mindset“ und unterstützen Organisationen mit erfrischend neuen Ansätzen, wie Reverse Mentoring und innovativen Workshop-Formaten, beim Aufbau einer Digitalkultur.“

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